Triablos-Hunters
In der Welt von Monster Hunter bist du nie allein...!

darkness (vollständige gesichte)

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

darkness (vollständige gesichte)

Beitrag  Hatsuharu am Do Okt 01, 2009 11:06 am

Prolog
Dunkelheit,

die alles zu verschlingen scheint…

Aus der es kein Entrinnen gibt…

Die uns alle verfolgt…

Wo es kein Licht,

keine Gefühle

und

Keine Hoffnung gibt…

Wenn man von der Finsternis

umgeben wird…

ist dann etwa alles vorbei?

Verliert sich dann jegliche Existenz?

Gibt es dann kein Leben mehr?

Und keine…

Liebe…?

Ist in der Dunkelheit alles verloren?

Und welche Bedeutung

Hat dann für uns

das Licht?

Was bedeutet Gut?

Und was ist das Böse?

Kann Liebe ohne Hass existieren?

Oder der Schatten ohne das Licht?





Eine kleine schwarze Echse, mit den Flügeln eines Drachen, krabbelte des Nachts durch die Gassen der Stadt. Ihre roten Augen glühten in der Dunkelheit und sie war sehr flink.

Irgendwann kletterte das Wesen die Wand eines Hochhauses hinauf.

“Warum einfach, wenn es auch umständlich geht?”, zischte die Echse grimmig. “Aber mein Meister sagte, ich solle nicht fliegen, da man mich sonst sehen könnte. Diese Schutzengel haben ihre Augen fast überall.”

Endlich erreichte es das Dach. Dort wartete bereits, voller Ungeduld, sein Meister.

“Du kommst spät.”, brummte er unzufrieden.

“Verzeiht, Meister Samiel. Aber ich…”

Samiel winkte ab.

“Ist ja jetzt auch egal… Ich habe irgendwie das Gefühl, dass mit unserem Luzifer etwas nicht stimmt…”

“Ähm… wie meinen?”, fragte die Echse unsicher.

Samiel sah es wütend an.

“Habe ich einen Dämonendrachen dazu erschaffen, dass er mir Fragen stellt? Nein! Also, lass es!”, knurrte er.

“Ich bitte um Vergebung, Herr.”, flüsterte der Drache.

Samiel drehte sich wieder weg.

“Die Beziehung zwischen diesem Todesengel und dieser Göre erscheint mir viel zu intensiv. Er hat sie beschützt, obwohl es nicht seine Aufgabe ist.”, murmelte er. “Ich muss herausfinden, was ihn mit diesem Mädchen verbindet… Vielleicht gelingt mir dann ein geschickter Schachzug und dieses Mädchen…”

Ein höhnisches Grinsen lag auf Samiels Lippen.

“…wird schon bald nicht mehr sein!”

Plötzlich drehte er sich wieder zu dem Dämonendrachen.

“Azrael!”

“Ja, Herr?”

“Finde Mephisto! Er soll sich unverzüglich bei mir melden! Ich habe große Pläne zu verwirklichen.”

Azrael sah ihn verwirrt an.

“Aber… warum beschwört ihr ihn nicht einfach?”

Samiel seufzte. “Hatten wir das Thema mit der Fragerei nicht schon geklärt?”

“Natürlich, Meister Samiel.”, erwiderte der Dämon und breitete seine Flügel aus.

“Nicht fliegen, du Narr!”, rief Samiel aufgebracht.

“Oh, bitte verzeiht. Ich vergaß…”

Azrael ging den Weg zurück, den er gekommen war. Samiel besah sich inzwischen den mit Sternen übersäten Himmel.

Ich werde mein eigenes Reich schaffen, dachte er sich. Mein Reich, meine Welt, und meine Macht! Und du, Luzifer, wirst dann dieses Reich regieren und gemeinsam mit mir verwalten. Ich werde dir das gebe, was dir von Anfang an zustand: den Platz als König. Als König der Dämonen!


Als Luke in die Küche kam, hatte seine Frau bereits das Frühstück gemacht und Kaffee gekocht.

“Ich liebe diesen Geruch, wenn man morgens in die Küche kommt und der Kaffee bereits auf dem Frühstückstisch steht.”, sagte er und gab Grace einen Kuss.

Lucy kam ebenfalls in die Küche.

“Guten Morgen!”, sagte sie fröhlich und setzte sich.

“Hey, du strahlst ja Heute so.”, stellte ihr Vater fest. “Freust du dich über etwas?”

Lucy lächelte und nahm einen Schluck Tee.

“Ich kann es einfach kaum noch erwarten gleich in die Schule zu gehen.”, antwortete sie.

Ihre Eltern setzten sich nun auch an den Tisch und begannen zu frühstücken.

“Gibt es dafür einen besonderen Grund?”, wollte ihre Mutter wissen.

Luke setzte ein erwartungsvolles Lächeln auf.

“Hast du etwa einen Freund, Lucy?”, fragte er sie.

Lucy lächelte verlegen. “Nein, nicht wirklich.”

Luzifer stand mit Gabriel neben dem Küchenfenster und starrte gebannt auf das Mädchen.

“Das… gibt es doch gar nicht!”, sagte er fassungslos. “Sie hat einen FREUND?!”

“Jetzt reg dich wieder ab!”, sagte Gabriel kühl. “Sie hat doch gerade gesagt, dass sie keinen hat.”

“Sie sagte ’nicht wirklich’!”, erwiderte der Todesengel. “Das bedeutet trotzdem, dass sie für einen Jungen Interesse zeigt!”

“Na da kennt sich ja jemand aus.”, lachte Gabriel. “Und wenn schon? Du bist jedenfalls definitiv zu alt für Lucy, oder?”

“Ach was! Es sind doch nur…”

Luzifer rechnete kurz nach.

“… nur 684 Jahre unterschied…”

Er seufzte tief. “Also gut, du hast Recht. Das ist wirklich zu viel.”

“Und mal abgesehen davon, bist du schon tot.”

“Ja. Und wenn Lucy stirbt werden wir uns auf jeden Fall trennen müssen.”, sagte Luzifer traurig.

“Sieh es doch mal so: du hattest als Todesengel eine schöne Zeit mit Lucy. Die meisten Todesengel leiden nur, weil ihnen der Weg nach Eden verschlossen bleibt.”

Luzifer nickte zustimmend. “Da hatte ich wohl echtes Glück gehabt.”

Gabriel sah ihn lächelnd von der Seite an.

“Ich denke eher, es war Schicksal.”

Als Lucy fertig war, stand sie auf, packte sich ihr Schulbrot ein und verabschiedete sich.

“Viel Spaß in der Schule, Schatz.”, rief ihr Vater hinterher.

Kapitel 1
Eric und Michael befanden sich in einem Krankenhaus. Vor wenigen Stunden war ein Mädchen zur Welt gekommen. Das Mädchen, dessen Seele Eric am Ende erhalten wird.

“Sie ist noch ein Neugeborenes, aber ihr Geist scheint mir quicklebendig zu sein.”, meinte Michael. “Spätestens wenn sie das Laufen gelernt hat, wird eine Heidenarbeit auf mich zukommen.”

“Und was soll ich in der Zeit machen?”, wollte Eric wissen.

“Warten.”, antwortete der Schutzengel trocken.

“Warten? Das ist alles?”

“Ja.”

Eric stieß einen langen Seufzer aus.

“Das ist langweilig…”, stellte er fest.

Die Mutter lächelte und sah auf das Kind in ihren Armen.

“Ich nenne sie Ashley.”, sagte sie zu ihrem Mann. “Ist es in Ordnung?”

Der Vater nickte.

“Falsch! Nichts ist in Ordnung!”, regte sich Eric auf. Michael sah ihn verwundert an.

“Was ist denn jetzt plötzlich los?”, wollte er wissen.

“Sie hat sie ’Ashley’ genannt! Warum muss es ausgerechnet so ein hässlicher Name sein?”

Der Schutzengel verdrehte entnervt die Augen.

“Wie hättest du sie denn genannt?”

“Na wie schon? Erica!”

Michael sah ihn zunächst ungläubig an. Dann plötzlich musste er lachen.

“Was ist?”, fragte Eric.

“Das ist nicht dein ernst, oder?”

Der Todesengel zuckte die Achseln. “Es hätte mich jedenfalls gefreut…”


Lucy setzte sich an ihren Platz und packte die Hefte und die Federtasche auf den Tisch.

“Guten Morgen, Lucy.”

Lucy drehte sich überrascht um.

“Ah, guten Morgen, Drake.”

Der Junge hatte blondes Haar und blaue Augen, die Lucy als wunderschön bezeichnet hätte, würden diese sie nicht an Samiel erinnern. Drake war Samiel im gewissen Maße sehr ähnlich und Lucy fragte sich des Öfteren, ob er ein lebender Verwandter des Todesengels war.

“Und? Wie sieht’s aus?”, fragte Drake. Lucy drehte sich wieder um.

“Was willst du?”, entgegnete Lucy, obwohl sie ganz genau wusste, was jetzt folgen würde.

“Gehst du mit mir aus?”

Lucy hielt den Atem an. Es war nicht so, dass sie Drake nicht mögen würde. Aber seine Art und sein Aussehen erinnerten sie an jenen Todesengel, der Erics Seele opfern und später sie selbst aus Rache töten wollte. Lucy machte sich Sorgen, dass Drake genauso werden könnte, aus welchen Gründen auch immer.

“Was ist? Du sagst ja gar nichts.”

Lucy schreckte aus ihren Gedanken wieder auf.

“Oh… äh…”

Sie drehte sich noch einmal zu ihm um.

“Wo… willst du denn hingehen?”, fragte sie unsicher. Drake atmete erleichtert aus und grinste siegessicher.

“Weiß nicht so genau.”, antwortete er. “Ich dachte, ich überlasse diese Entscheidung dir.”

Lucy lächelte erleichtert. Sie hatte befürchtet, Drake würde sonst wohin mit ihr gehen. Aber er ließ ihr die freie Wahl. Schließlich klingelte es zum Unterrichtsbeginn.

“Ich sage es dir, wenn der Unterricht Heute vorbei ist, ja?”, sagte Lucy und drehte sich zur Tafel hin.

Drake nickte. “Einverstanden.”

Luzifer und Gabriel beobachteten die beiden durch das Fenster.

“Siehst du? Sie hat also doch einen Freund.”, sagte Luzifer und wirkte dabei fast wie ein beleidigtes Kleinkind.

“Es steht doch noch gar nichts fest.”, versuchte ihn der Schutzengel zu beruhigen.

“Woher willst du das wissen?”, fuhr ihn Luzifer an und flog davon. Gabriel schüttelte nur den Kopf. Ob er irgendwann darüber hinwegkommt? Seit 700 Jahren geht das schon so…

Jedes Mädchen, das ihn an seine Liebe Lucia erinnert hatte, war für ihn sofort wichtig geworden. Aber Lucy scheint etwas ganz besonderes zu sein…

Was will er nur von diesem Mädchen? Ich sollte vielleicht besser einige Nachforschungen anstellen. Ich habe ein ungutes Gefühl, was Luzifer betrifft.


Nach der Schule entschied sich Lucy mit Drake ein Eis essen zugehen. Gabriel folgte ihr, zusammen mit Drake’s Schutzengel Ariel. Luzifer blieb jedoch vorerst verschwunden.

“Mich beschleicht ein ungutes Gefühl, Gabriel.”, sagte Ariel, während sie Lucy und Drake beim Eisessen zusahen.

“Drake’s Todesengel verhält sich in letzter Zeit sehr merkwürdig.”

Gabriel sah Ariel verwirrt an.

“Ist er etwa in Drake… verliebt?”

Ariel starrte den anderen Schutzengel schockiert an.

“Was? Um Gottes Willen, nein! Wo denkst du hin?”

Gabriel sah wieder zu Lucy.

“Entschuldige, ich musste nur an Luzifer denken.”

“Benimmt er sich genauso eigenartig?”

“Ja. Aber es liegt wohl eher an seiner Zuneigung zu Lucy.”

“Ach so.”, sagte Ariel. “Und darum denkst du, dass Liebeskummer das einzige Problem ist, warum sich Todesengel plötzlich seltsam verhalten.”

Gabrie sah wieder zu Ariel und blickte diesen ernst an.

“Du meinst…”

“Ich meine, dass sich alle Todesengel zur Zeit recht eigenartig verhalten. Dein Luzifer ist da nicht der einzige.”
avatar
Hatsuharu
G-Hunter
G-Hunter

Anzahl der Beiträge : 425
Anmeldedatum : 19.08.09
Alter : 24
Ort : Glauchau

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: darkness (vollständige gesichte)

Beitrag  Hatsuharu am Do Okt 01, 2009 11:07 am

Kapitel 2
Als Lucy sich von Drake verabschiedete, ging die Sonne bereits unter und es wurde zunehmend dunkel. Drake’s Frage, ob er sie nach Hause begleiten solle, verneinte Lucy.

“Ich passe schon allein auf mich auf.”, begründete sie es.

Also ging Drake alleine weiter. Unterwegs fühlte er sich beobachtet. Irgendwann blieb er endlich stehen.

“Was willst du, Samiel?”, fragte er kühl.

Der Teufel landete direkt vor ihm.

“Lass uns reden, Drake.”

“Ich rede nicht mit toten Verwandten.”, entgegnete der Junge und wollte an Samiel vorbeigehen. Aber dieser hielt ihn am Arm fest.

“Es ist aber wichtig.”, flüsterte er.

Drake ließ ein genervtes Stöhnen vernehmen.

“Schieß los! Ich habe nicht ewig Zeit.”


Luzifer hatte sich auf das Dach einer Kirche zurückgezogen. Er fühlte sich mies. Nicht zuletzt deswegen, weil er Gabriel wegen einer Nichtigkeit angeschrien hatte. Doch das war nicht alles.

Da ist etwas…, dachte er. Es ruft nach mir…

Luzifer besah sich den mit Sternen bestickten Himmel. Dann sah er es: ein Todesengel flog über ihn hinweg, und dann noch einer, und noch einer. Mindestens ein Dutzend Todesengel zählte Luzifer. Sie flogen alle in die gleiche Richtung. Luzifer wusste nicht wohin es sie zog. Aber er wusste, dass auch er dorthin fliegen würde. Luzifer schloss die Augen und spürte die kühle Nachtbrise, die ihm etwas zuzuflüstern schien.

“Komm, Luzifer… ich warte… komm zu mir… Luzifer…”

Der Todesengel öffnete die Augen wieder. Er wüsste zu gerne, wer ihn und die anderen zu sich ruft. Luzifer entschloss sich es herauszufinden und breitete seine Schwingen aus. Er hielt kurz inne. Was, wenn es eine Falle war? Luzifer überlegte kurz und sah noch einmal zum Himmel. Überrascht stieß er sich vom Boden ab und flog hoch.

“Eric!”, rief er aufgeregt. Der junge Todesengel hielt an.

“Wer bist du? Und woher kennst du meinen Namen?”, wollte Eric wissen.

“Mein Name ist Luzifer. Ich bin Lucy’s Todesengel.”, antwortete Luzifer und spürte einen stechenden Schmerz in seiner Brust.

Natürlich, dachte er. Ich bin nur ihr Todesengel. Nicht mehr und nicht weniger.

“Oh, wie geht es denn Lucy?”, fragte Eric.

“Ganz gut… denke ich…”, sagte Luzifer. “Sag, wo fliegst du eigentlich hin? Wo fliegen überhaupt alle Todesengel hin?”

Eric hob unwissend die Schultern.

“Ich habe keine Ahnung. Ich folge nur dem Ruf einer Stimme.”

Luzifer dachte kurz nach. Dann fasste er einen Entschluss.

“Lass uns doch zusammen fliegen.”

Eric nickte zustimmend und folgte Luzifer.


Als Lucy nach Hause kam, wurde sie sofort von ihrem Vater um ein Gespräch gebeten. Lucy versuchte ihm ihre Verspätung zu erklären, aber Vater bat sie zu schweigen.

“Ich möchte gerne wissen, was hier vorgeht, Lucy.”, sagte Luke. “Klärst du mich bitte auf?”

Seine Tochter verstand nicht, was er genau wollte. Luke kratzte sich nachdenklich am Kopf.

“Ich kann plötzlich Engel sehen.”, erklärte er. “Mein Schutzengel sagte Heute zu mir, dass sich etwas Böses in unserer Atmosphäre bewegt.”

Lucy starrte ihren Vater mit offenem Mund an. Sofort nahm sie seinen Arm und lief mit ihm auf ihr Zimmer. Dort schloss sie die Tür hinter sich und öffnete das Fenster, um nach Gabriel und Luzifer zu rufen. Doch nur Gabriel erschien.

“Gabriel! Wo… wo ist Luzifer?”, fragte Lucy aufgeregt.

“Ich hatte angenommen, er sei bei dir.”, erwiderte der Schutzengel.

“Wie bitte? Nein, ist er nicht.”

Gabriel sah besorgt drein. “Dann hatte Ariel also Recht gehabt.”

“Ariel? Wer um alles in der Welt ist Ariel? Verdammt, und wo steckt Luzifer?”, regte sich Lucy auf. Sie klang hysterisch, wie immer, wenn sie ein ungutes Gefühl hatte und niemand ihr helfen konnte.

“Er… ist verschwunden…”, antwortete Gabriel unsicher.

“Verschwunden? Wohin denn?”

“Ich… ich weiß es nicht…”

Nun begann auch Gabriel zu verzweifeln. Wo steckte nur dieser verdammte Todesengel?

“Vielleicht schmollt er nur irgendwo…”, überlegte Gabriel.

“Schmollen?”, kam es von Lucy und ihrem Vater gleichzeitig.

“Na ja… Luzifer war ziemlich eifersüchtig auf… Drake…”

Lucy schwieg. Sie erinnerte sich an jene Traumwelt, in der Dark ihr fast seine Liebe gestanden hätte… und Dark war eigentlich Luzifer selbst. Das heißt…

Lucy schüttelte den Kopf.

“Nein, ich glaube nicht, dass es das ist. Er ist doch gar nicht in mich verliebt, sondern in meine Ur-ur-ur-urgroßmutter.”, meinte Lucy.

“Ich glaube, du hast noch einige ‘Ur’s vergessen.”, erwiderte Gabriel.

“Das ist doch jetzt überhaupt nicht wichtig.”, sagte Lucy. “Ich brauche ihn. Jetzt und hier!”

Gabriel nickte stumm.

“Würdest du ihn bitte suchen und ihn hierher bitten?”

Gabriel nickte ein weiteres mal und flog davon. Er spürte, wie sich finstere Energie ansammelte. Er musste Luzifer unbedingt finden, bevor dieser etwas unanständiges anstellt…

Kapitel 3
Luzifer und Eric und die anderen Todesengel versammelten, sich auf einem weiten Feld außerhalb der Stadt, um jemanden, der das Sagen zu habe schien. Luzifer und Eric erkannten ihn sofort.

“Samiel!”, rief Luzifer und kämpfte sich durch die Menge zu ihm. “Was hast du jetzt schon wieder vor?”

Samiel breitete einladend seine Arme aus.

“Luzifer! Wie schön, dass du gekommen bist. Ich habe dich schon sehnsüchtig erwartet.”

“Hör auf irgendwelchen Mist vor dich hin zulabern, du Heuchler! Sag mir lieber, was das hier soll! Warum hast du uns gerufen?”

Samiel grinste bösartig. Eric versuchte sich hinter Luzifer zu verstecken. Er erinnerte sich nur allzu gut an seine erste Begegnung mit Samiel.

Der Teufel Samiel räusperte sich, um die Aufmerksamkeit auf sich zu richten.

“Ich werde ein neues Imperium schaffen.”, erklärte er. “Und der Herrscher dieses Imperiums wird…”

Er deutete auf Luzifer.

“…König Luzius!”

Alle Todesengel blickten nun auf Luzifer.

“Du, Luzifer…”, sprach Samiel weiter. “…wirst, nach 700 Jahren, endlich deinen Platz auf dem Thron einnehmen und als König der Finsternis diese Welt regieren.”

Samiel bündelte eine Kugel aus schwarzer Magie, die immer größer wurde bis sie das gesamte Feld umschloss. Luzifer spürte, wie ihm plötzlich schwindelig wurde. Seine Sicht wirkte nun verschwommen und sein Körper begann stark zu zittern. Eric und den anderen Todesengeln erging es genauso. Dann spürte Luzifer, wie ihn eine unbekannte Macht durchströmte. Eine starke Kraft, die ihn zu übermannen drohte. Verzweifelt versuchte Luzifer dagegen anzukämpfen. Aber je mehr er sich wehrte, desto größer wurden die Schmerzen. Schließlich wurden diese Schmerzen so unerträglich, dass Luzifer aufhörte sich zu widersetzen und er ergab sich der schwarzen Energie, die ihn wie ein tödliches Virus von Innen heraus zu verbrennen versuchte.

Während Luzifer sich geradeso noch auf den Beinen halten konnte, war Eric neben ihm zusammengebrochen. Keuchend lag er am Boden. Das war das letzte, was Luzifer noch wahrnahm, bevor auch er das Bewusstsein verlor…


Lucy saß auf ihrem Bett, ihr Vater saß neben ihr. Und auch Drake war gekommen und stand neben dem offenem Fenster.

“Jetzt ist Gabriel schon seit zwei Tagen fort und sucht nach Luzifer.”, flüsterte Lucy.

“Das ist nicht gut.”, sagte Drake. “Ich wüsste zu gerne warum alle Todesengel plötzlich einfach verschwunden sind.”

“Hat dir dieser Samiel nicht gesagt, was er vorhat?”, fragte Luke. Drake schüttelte entschuldigend den Kopf.

“Nein, er sagte nur, er habe etwas großes vor und wünschte sich, dass ich ebenfalls an diesem kranken Projekt teilnehme. Samiel ist inzwischen wahnsinnig geworden. Wer weiß, was für schwachsinnige Pläne er im Moment ausheckt.”

Drake sah aus dem Fenster. “Lucy!”, rief er aufgeregt. Lucy schaute auf. In diesem Moment schwebte Gabriel in das Zimmer. Er sah müde und verzweifelt aus.

“Wo ist Luzifer?”, wollte Lucy sofort wissen. Aber der Schutzengel schüttelte nur den Kopf.

“Ich weiß es nicht…”, flüsterte er. “Ich habe ihn nirgendwo finden können. Aber…”

“Aber was?”, riefen alle drei aufgeregt.

“Aber ich habe große Mengen an finsterer Magie aufspüren können… sie wirkte sehr dämonisch. Da draußen… scheint etwas sehr schlimmes vorzugehen…”

Lucy fühlte, wie ihr kalt wurde. Der Gedanke, dass sämtliche Todesengel verschwunden waren und etwas Böses sich anbahnte, behagte ihr gar nicht. Was ging hier nur vor sich?

“Ich… ich muss mal an die frische Luft…”, sagte sie dann und ging. Drake wollte ihr hinterher gehen, aber Gabriel hielt ihn zurück.

“Lass sie kurz allein. Sie muss sich erstmal wieder Klarheit in ihren Gedanken schaffen. Dann werden sehen wir, wie weiter vorzugehen ist.”

Lucy ging durch den Friedhof, hin zum Grab ihres Großvaters. Dort hockte sie sich hin.

“Ach, Großvater…”, flüsterte sie. “Warum passieren in letzter Zeit nur so viele unheimliche Dinge? Und warum ausgerechnet mir? Ist es wirklich… das Schicksal?”

Nach einigen Minuten richtete sie sich wieder auf und wendete sich zum gehen. Doch schon nach wenigen Schritten blieb sie wieder stehen. Zu ihren Füßen lag der Totengräber dieses Friedhofs. Er war tot.

“Aber… wie ist das möglich?”, stammelte Lucy und ging einige Schritte zurück. “Was ist nur geschehen? So viel ich weiß, war dieser Mann doch vollkommen gesund. Hat ihn etwa jemand… umgebracht?”

Sie ging noch ein paar Schritte zurück und stieß mit dem Rücken gegen jemanden. Erschrocken blieb Lucy wie angewurzelt stehen. Langsam drehte sie sich um. Als sie die Person erkannte, atmete sie erleichtert aus.

“Du bist es nur, Luzifer. Hast du mir vielleicht einen Schrecken eingejagt… weißt du was mit dem Totengräber hier passiert ist?”

Luzifer sah sie nur mit ausdrucksloser Miene an.

“Ich… ich bin froh, dich endlich wieder zu sehen…”, sprach Lucy weiter. Aber ihr Herz schlug ihr jetzt bis zum Hals. Sie spürte, dass mit Luzifer etwas nicht stimmte. Seine Augen glühten rot und er hielt seine Sense fest in der Hand.

“Luzifer… was… ist denn nur los mit dir?”, fragte Lucy verzweifelt. “Bitte, sag doch was… Luzifer…”

Der Todesengel holte mit seiner Sense aus. Lucy schaffte es sich zu ducken, bevor sie von der Sense getroffen werden konnte.

“Luzifer, nein! Bitte, hör auf damit!”, rief sie verzweifelt. Aber Luzifer hörte nicht und holte ein weiteres mal aus. Lucy wich auch diesmal aus und lief so schnell sie konnte davon. Doch Luzifer war schneller und holte sie ein. Lucy blieb stehen. Der Todesengel holte wieder aus.

“Nein… bitte nicht… Lu… LUZIUS!!!”

Der Todesengel hielt inne. Lucy zögerte nicht lange und floh. Sie wusste nicht was mit Luzifer passiert war, aber sie konnte ihm jetzt auch nicht helfen. Also lief sie so schnell sie konnte nach Hause. Vielleicht wusste ja Gabriel, was zutun war…
avatar
Hatsuharu
G-Hunter
G-Hunter

Anzahl der Beiträge : 425
Anmeldedatum : 19.08.09
Alter : 24
Ort : Glauchau

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: darkness (vollständige gesichte)

Beitrag  Hatsuharu am Do Okt 01, 2009 11:09 am

Kapitel 4
Völlig außer Atem erreichte Lucy endlich ihre Haustür. Mit zitternden Händen holte sie ihren Schlüssel aus der Jackentasche und öffnete die Tür. Als sie hereintrat und die Tür schloss, ging sie zunächst in die Küche. Ihre Mutter war auch dort.

“Lucy? Wo warst du? Was ist passiert? Warum weinst du?”

Lucy setzte sich vorsichtig auf einen Stuhl. Ihr Vater und Drake kamen zusammen mit Gabriel ebenfalls in die Küche.

“Ich wusste doch, dass ich was gehört habe.”, sagte Luke und zog einen Stuhl heran, um sich neben seine Tochter zu setzen.

“Was ist passiert, Lucy?”, flüsterte er und strich ihr sanft über den Kopf. Lucy schluchzte nur. Eine Antwort blieb ihr im Hals stecken.

“Nun sag doch, was passiert ist.”, bat Grace. Luke bat sie zu schweigen.

“Lass sie erstmal zu Atem kommen.”, sagte er. Lucy’s Mutter fühlte sich etwas gekränkt und verließ die Küche. Dabei ging sie an Gabriel vorbei und Drake fiel auf, dass sie nicht auf den Schutzengel reagierte. Vielleicht konnten nur “Auserwählte” Engel sehen? Oder gab es dafür noch andere Gründe?

Nach einigen Minuten hatte sich Lucy dann schließlich wieder beruhigt.

“Ich… wurde angegriffen…”, sprach sie.

“Angegriffen? Von wem?”, fragte Drake aufgeregt.

“Was für ein Glück, dass du unbeschadet nach Hause gekommen bist.”, sagte Gabriel. “Es tut mir Leid. Ich hätte dich nicht allein lassen dürfen. Es ist doch meine Pflicht dich zu beschützen. Dass ich dich ausgerechnet in so einer brenzligen Situation aus den Augen lasse, ist unverzeihlich.”

Lucy schwieg. Sie konnte doch unmöglich sagen, dass Luzifer sie angegriffen hat.

“Lucy? Wer hat dich angegriffen?”, fragte Drake noch einmal. Lucy atmete tief ein und sagte dann: “Ein… Todesengel…”

Gabriel und die anderen erstarrten.

“Er hatte vermutlich auch den Totengräber auf dem Friedhof getötet.”, erzählte Lucy weiter.

“Die Todesengel sind also wieder zurück.”, sagte Drake. “Und jetzt greifen sie wahllos Menschen an. Warum? Was… hat das zu bedeuten?”

Lucy schwieg wieder. Auch sie hätte gerne eine Antwort auf diese Frage. Noch nie hatte sie Luzifer so erlebt. Sein Blick war kalt und furchteinflößend gewesen. Was war nur passiert? Warum verhalten sich die Todesengel plötzlich so eigenartig?

Gabriel spürte, wie es ihm eiskalt den Rücken runterlief. Verwirrt sah er aus dem Fenster und erstarrte vor Schreck.

“Bei den Mächten des Himmels… was… was passiert hier?!”

Drake folgte seinem Blick und auch ihm weiteten sich vor dem, was er erblickte, die Augen. Auch Lucy schaute nun nach Draußen, und das, was sie sah, schnürte ihr vor Angst die Kehle zu. Der Himmel verfinsterte sich. Es war, als würde die Sonne langsam verschwinden. Schwarze Wolken bedeckten jenes Licht, welches die Erde bisher erhellt hatte. Eigenartige Schatten krochen durch die Spalten in die Wohnung, huschten über den Boden und die Wände. Gabriel zog sein Schwert.

“Das sind Schattenkreaturen aus der Unterwelt!”, rief er entsetzt. “Versucht sie weitestgehend zu meiden. Man darf sie keinesfalls berühren!”

Luke schreckte bei seinen Worten aus seinem Schockzustand auf.

“Oh, Nein! GRACE!”

Sofort lief er zu seiner Frau, Lucy folgte ihm. Sie fanden Grace im Wohnzimmer. Sie lag bewusstlos auf dem Boden. Die Schatten bedeckten ihren Körper und einige schienen sogar in ihrem Körper zu verschwinden.

“Grace! NEIN!”

Luke wollte zu ihr aber Lucy und Drake hielten ihn fest.

“Papa, nicht! Bitte, wir müssen fliehen!”

“Sie können ihr jetzt nicht helfen, Herr Lucrifer!”, sagte Drake. Schließlich kamen die Schattenwesen auch ihnen gefährlich nahe. Luke sah ein, dass er an Grace nicht herankam und ließ sich nach Draußen zerren. Gabriel wehrte die Schattenwesen mit seinem Schwert ab. Irgendwann beschwörte Gabriel ein Schutzschild herbei, welches sie umschloss. So hatten sie zumindest für eine kurze Zeit Atempause.

“Was… was passiert jetzt mit Grace?”, fragte Lucy’s Vater mit tränenerstickter Stimme. Lucy legte tröstend eine Hand auf seinen Arm. Auch sie hatte Angst, das sah man ihr deutlich an.

“Sie ist besessen.”, antwortete Gabriel. “Sobald man von einem Schattenwesen besessen wird, verliert man seinen eigenen Willen und tut das, was derjenige will, der diese Schattenwesen gerufen hat.”

Lucy sah ihren Schutzengel erstaunt an.

“Dann ist Luzifer vermutlich von diesen Wesen besessen…”, sagte sie, legte aber sofort eine Hand auf den Mund. Doch es war bereits zu spät.

“Luzifer?”, fragte Gabriel. “Wie kommst du darauf, dass…”

Dann dämmerte es ihm langsam.

“Du… er… Luzifer…”

Gabriel sah Lucy schockiert an. “War er der Todesengel, der den Totengräber getötet und dich angegriffen hat?”

Lucy sah zu Boden und schluchzte.

“Ich… ich wollte es einfach nicht wahrhaben…”

Drake nahm sie in die Arme. Er wandte sich zu Gabriel und rief plötzlich: “Pass auf!”

In diesem Moment krachte etwas mit großer Kraft gegen Gabriel’s Schutzschild. Dieses zerbrach anschließend. Der Schutzengel hatte nicht mehr genügend Kraft um es aufrecht zu erhalten. Der, der sie angegriffen hatte, war ein Todesengel. Und Lucy erkannte ihn. Sie konnte es kaum fassen, dass er wirklich vor ihr stand. Der Junge, der sie vor mehr als einem Jahr um Hilfe gebeten hatte. Ihr ehemaliger Mitschüler. Der, der verzweifelt versucht hatte, dem frühen Tod zu entkommen und dabei Schlimmes von seinem Todesengel erdulden musste.

“Eric…”, flüsterte Lucy. Seine Augen glühte rot, seine schwarzen Flügel entschlossen ausgebreitet und die Sense hielt er fest in den Händen. Lucy entfernte sich von Drake und ging einige Schritte auf den jungen Todesengel zu.

“Eric… was… was ist hier los? Bitte sag es mir, Eric.”

Aber er reagierte auf ihre Worte nicht. Lucy erkannte eine Ähnlichkeit mit der Situation, als sie Luzifer auf dem Friedhof getroffen hatte. Eric zielte mit seiner Sense auf Lucy und wollte ausholen, aber Gabriel war schneller. Er schoss einen leuchtenden Pfeil auf Eric ab und traf ihn ins Herz. Der Todesengel sank in sich zusammen und ein schwarzer Schatten wich aus seinem Körper. Lucy und die anderen warteten ab, was nun passieren würde. Keuchend richtete sich Eric wieder auf. Als er seinen Kopf hob, erkannte Lucy, dass seine Augen wieder normal waren und auch sonst schien er nicht mehr böse zu sein. Der junge Todesengel blinzelte ein paar Mal, als könne er seinen Augen nicht trauen.

“Lucy? Bist du es wirklich?”, fragte er, noch leicht benommen. Das Mädchen atmete erleichtert aus und ging zu ihm, um ihn zu stützen.

“Bist du endlich wieder zu dir gekommen?”, fragte sie. Eric rieb sich den Kopf. “Ja… verdammt… was ist denn passiert?”

Lucy sah ihn verwundert an.

“Weißt du gar nichts mehr?”

Eric überlegte kurz.

“Nein. Das letzte, an das ich mich erinnern kann ist Samiel und…”

“Samiel?!”, riefen alle wie aus einem Mund. “Was hat er vor?”, wollte Lucy wissen.

“Ich bin mir nicht sicher… er wollte ein neues Reich schaffen, glaube ich. Und Luzifer sollte…”

“Luzifer?! Was ist mit Luzifer?”, fragte Lucy aufgeregt.

“Jetzt lass mich doch erstmal ausreden!”, entgegnete Eric. Lucy nickte.

“Ja… tut… tut mir Leid…”

“Also. Wie gesagt: Samiel will ein neues Reich schaffen.”, erklärte Eric. “Und Luzifer soll dieses Reich regieren. Als König!”

Kapitel 5
Zufrieden blickte Samiel über die Stadt. Nach und nach verfielen immer mehr Menschen den Schattenwesen. Die Todesengel holten sich Seelen, ganz wie es ihnen beliebte. Die Schutzengel konnten nichts ausrichten. Samiel’s Armee war eindeutig in der Überzahl. Doch plötzlich erstarrte Samiel. Da unten, zwischen den Straßen, kämpfte sich eine kleine Gruppe durch die Mauern von bösen Geistern und Dämonen. Sie kamen direkt auf seinen schwarzen Turm zu.

“Nein! NEIN! Nicht du!”, fluchte Samiel. Er hatte sie gleich auf den ersten Blick erkannt: Lucy!

“Diese Göre wird es kein weiteres Mal schaffen, meine Pläne zu durchkreuzen.”

Samiel drehte sich um und ging. Er hatte schon eine Idee, wie er Lucy loswerden konnte.


“Hier muss Samiel seinen Sitz haben.”, sagte Drake, als sie einen gewaltigen Turm aus schwarzen Diamanten erreichten.

“Luzifer…”, flüsterte Lucy und blickte entschlossen den Turm hinauf. Drake sah sie von der Seite an und lächelte.

“Wir werden ihn finden.”, sagte er zu Lucy. Das Mädchen erwiderte seinen Blick und nickte. Gemeinsam betraten sie den Eingang des Turms. Im Innern brannten Fackeln an den Wänden. Die Treppe, welche nach oben führte, wurde von zwei Kriegern bewacht. Erschrocken erkannte Lucy, dass es eigentlich normale Menschen waren.

“Schattenwesen…”, murmelte Gabriel. Lucy schluckte.

“Wir müssen an ihnen vorbei. Aber wir dürfen sie keinesfalls verletzen oder gar töten, verstanden? Es sind trotz allem noch Menschen.”, sagte sie. Die Krieger erhoben ihre Streitäxte und griffen die Eindringlinge an. Gabriel und Eric wehrten deren Angriffe ab.

“Wie sollen wir das denn anstellen?”, wollte Eric wissen und stieß den einen Krieger gegen die Wand. “Also, verletzen müssen wir sie schon. Anders geht es leider nicht.”

Eric und der Schutzengel schlugen die beiden Krieger bewusstlos zusammen und setzten, mit den anderen, ihren Weg fort. Auch in den folgenden Etagen erwarteten sie Gegner. Schließlich kamen auch Krieger und Schattenwesen den Turm hinauf und sammelten sich in der Etage, welche die Gruppe als nächste erreichte.

“Das sind ja so viele!”, stellte Eric fest. “Ich kann langsam nicht mehr. Wie hoch ist der Turm eigentlich?”

Sie drehten sich um. Menschen, die von Schattenwesen besessen waren, kamen nun die Stufen hoch.

“Das ist nicht gut…”, sagte Luke. “Das ist ganz und gar nicht gut!”

“Aber wir müssen weiter! Wir können jetzt nicht aufgeben!”, sagte Lucy. Ihr Vater legte seine Hände auf ihre Schultern und sah sie ernst an. “Lucy, Schatz… hör mir zu!”, sagte er. “Geh! Geh und vernichte diesen Samiel! Rette den, den du retten willst!”

Lucy sah ihren Vater überrascht an.

“Papa…”, flüsterte sie. Luke gab ihr einen Kuss auf die Stirn und sah sie dann lächelnd an.

“Und wenn das hier vorbei ist… möchte ich… dass du heil nach Hause gehst… und deiner Mutter sagst… wie… wie sehr ich sie liebe…”

Mit diesen Worten drehte er sich entschlossen um und ging zu Gabriel.

“Pass gut auf meine Tochter auf, Gabriel.”

Der Schutzengel nickte und reichte Luke sein Schwert.

“Nimm es! Ich habe auch noch andere Fähigkeiten um Lucy zu beschützen. Aber du besitzt keine Waffen. Also…”

Luke schüttelte den Kopf. “Behalte es. Ich brauche es nicht…”

Er wandte sich von Gabriel ab und stellte sich neben Eric.

“Also gut, Junge. Ich übernehme diese Krieger und du hältst die Schattenwesen auf, ja?”

Eric nickte entschlossen.

“Ich habe verstanden!”

Lucy stiegen Tränen in die Augen.

“Papa! Nein! Ich flehe dich an: tu das nicht!”, schrie sie und wollte zu ihm laufen, um ihn zurückzuholen. Aber Gabriel und Drake zerrten sie zur Treppe und weiter zur nächsten Etage.

“Ich habe dich lieb, Lucy!”, rief Luke ihr noch hinterher.

“Papa! PAPA!”


Samiel öffnete die Türflügel zum Thronsaal und trat hinein. Luzifer kam ihm bereits entgegen. Samiel sah den Todesengel grinsend an.

“Ihr habt Besuch… königliche Hoheit…”

Luzifer sah ihn wütend an.

“Besuch? Von wegen! Was fällt dir ein mich hier festzuhalten!?”, knurrte er Samiel an. Samiel hörte auf zu grinsen.

“Du hast es also geschafft, meiner Macht zu trotzen.”, sagte er ruhig und stolzierte an Luzifer vorbei. “Ist es, weil sie hier ist? Weil diese Göre gekommen ist, um dich zu befreien?”

Samiel drehte sich um und lächelte kalt.

“Es heißt, Liebe könne jede Macht brechen… aber…”, sagte er und verdrehte genervt die Augen.

“Verdammt! Wie ich allein schon dieses Wort verachte…”

Samiel deutete mit der Hand auf Luzifer’s Brust.

“Wenn du dich nicht freiwillig deinem Schicksal ergeben willst, dann werde ich dich eben mit Gewalt dazu zwingen!”

Rote Blitze trafen den Todesengel und er flog nach hinten. Samiel trat einige Schritte auf ihn zu. Dann murmelte er etwas und beschwörte einen dunklen Nebel. Luzifer richtete sich auf und wollte auf Samiel losgehen, aber der Nebel war zu dicht. Er konnte Samiel nicht sehen. Luzifer wurde schwindelig. Es schien, als wenn der Nebel sich in sein Unterbewusstsein eindrang, um ihn von dort aus zu manipulieren. Als Luzifer das jedoch erkannte, war es bereits zu spät. Er hörte Samiel’s wahnsinniges Lachen und dann wurde es ihm schwarz vor den Augen…


Drake, Gabriel und Lucy gingen die Stufen zur nächsten Etage hoch. Lucy stolperte mehrmals, weil sie ihre Füße kaum anheben konnte. Ihre Beine fühlten sich schwer. Mehrmals wollte sie zurücklaufen, aber die anderen beiden hielten sie immer wieder auf.

“Reiß dich bitte zusammen, Lucy.”, sagte Gabriel nach einer Weile. Endlich erreichten sie die nächste Etage. Doch hier endete überraschenderweise der Turm. Sie befanden sich irgendwo zwischen den schwarzen Wolken. Weiße Blitze zuckten und einige Meter unter ihnen war eine dichte Wolkendecke zu erkennen.

“Und wo geht es jetzt weiter?”, fragte Gabriel.

“Vielleicht… war dieser Turm nur eine Falle…”, meinte Lucy. Ihr Gedankengang wurde unterbrochen, als sie Drake den Namen “Luzifer” rufen hörte. Erschrocken sah sie nach oben. Der Todesengel Luzifer landete auf dem Turm und zog sein Schwert.

“Ein Schwert?”, wunderte sich Gabriel. “Aber Luzifer ist doch ein Todesengel…”

“Samiel muss ihm dieses Schwert gegeben haben.”, sagte Drake. “Er ist also auch besessen, genau wie Eric es gewesen war. Gabriel! Schaffst du es, Luzifer aus seiner Besessenheit zu befreien, wie du es bei Eric gemacht hast?”, fragte er schließlich. Gabriel sah Luzifer unsicher an.

“Ich könnte es versuchen. Aber…”

Er sah zu Drake und dann zu Lucy.

“Ich kann für nichts garantieren. Wenn der Versuch misslingt, kann es passieren, dass ich Luzifer vernichte…”

“Es wäre also ein Alles-oder-Nichts-Prinzip…”, warf Drake ein.

“Wir haben keine andere Wahl…”, sagte Lucy plötzlich. Drake und Gabriel sahen sie an.

“Bist du dir absolut sicher? Ich warne dich: Es könnte schief gehen…”, gab der Schutzengel zu bedenken. Aber Lucy war fest entschlossen dieses Risiko einzugehen. Gabriel nickte und ging einige Schritte auf den Todesengel zu. Er erhob sein Schwert und richtete es auf Luzifer.

“Verzeihe mir, Luzifer. Ich habe nicht gewollt, dass es auf diese Art und Weise endet…”
avatar
Hatsuharu
G-Hunter
G-Hunter

Anzahl der Beiträge : 425
Anmeldedatum : 19.08.09
Alter : 24
Ort : Glauchau

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: darkness (vollständige gesichte)

Beitrag  Hatsuharu am Do Okt 01, 2009 11:12 am

Kapitel 6
Luzifer’s Augen glühten rot und Lucy erkannte in ihnen nichts außer Hass und Mordlust. Sie hoffte, dass es Gabriel gelingen würde, ihn wieder zur Besinnung zu bringen.

Der Schutzengel flog auf Luzifer zu. Dieser wich seinem Angriff aus und flog nach oben. Gabriel verfolgte ihn griff ihn mit dem Schwert an. Luzifer wich ein weiteres Mal aus. Immer und immer wieder schwang Gabriel sein Schwert, aber Luzifer wich jedes Mal aus.

“Du Feigling!”, schrie der Schutzengel. “Komm endlich her und kämpfe anständig, wie es sich für einen Mann deines Standes gehört!”

Luzifer sah ihn von oben herab an und lächelte kalt. Er umklammerte das Schwert und flog auf Gabriel zu. Der Schutzengel parierte den Angriff mit seinem Schwert. Gabriel’s Hände zitterten. Er hatte auf dem Weg hierher viel kämpfen müssen. Hoffentlich reichten seine Kräfte noch aus, um Luzifer wieder die Augen zu öffnen und auch Samiel’s Wahnsinn zu beenden. Plötzlich begannen winzige grüne und rote Funken zwischen den Schwertklingen zu sprühen.

Auch das noch, dachte Gabriel. Er besitzt sogar Magie!

Luzifer grinste triumphierend und entfernte sich von dem Schutzengel, als hätte er ihm ein Zeichen dafür gegeben, seine Magie endlich einzusetzen. Gabriel machte sich auf einen Angriff gefasst. Der Todesengel hob sein Schwert gen Himmel. Erschrocken stellte Gabriel fest, dass dieser Angriff nicht aus Luzifer’s Richtung kommen würde, doch da war es bereits zu spät. Gabriel wurde von einem schwarzen Blitz getroffen, der aus den dunklen Wolken über ihnen gekommen war. Der Schutzengel fiel zu Boden.

“Gabriel!“, riefen Drake und Lucy gleichzeitig.

Luzifer landete neben ihm.

“Du hast verloren, Schutzengel…”, sagte er kühl. Gabriel umklammerte fest den Griff des Schwertes und richtete sich auf.

“Du… bist nicht… Luzifer…”, sagte er mit schwacher Stimme. Der Todesengel runzelte die Stirn. “Der wahre Luzifer… würde mich ganz anders nennen…”

Luzifer stieß ihn nach hinten bis zum Rand.

“Gabriel, sei vorsichtig!”, rief ihm Drake zu. “Du bist zu schwach um zu fliegen.”

Der Schutzengel richtete sein Schwert auf Luzifer’s Brust, dort, wo sich auch sein Herz befand.

“Du hattest immer… deinen Spaß gehabt, als du dir… Spitznamen für mich ausdachtest…”, erklärte Gabriel. “Ich gebe zu, dass es mich… genervt hat…” Er lächelte verlegen. “Aber… es war für mich auch der Beweis… dass du, du selbst warst…”

Gabriel sah dem Todesengel entschlossen in die Augen, die noch immer rot glühten.

“Ich flehe dich an, Luzifer… bitte… komm zurück…”

Er umklammerte sein Schwert nun mit beiden Händen, darauf bedacht, das Ziel ja nicht zu verfehlen. “…komm… zurück… Luzifer…”

Luzifer ließ sein eigenes Schwert fallen und griff, wie in Trance verfallen, nach Gabriel’s Schwertgriff.

“Was geht da vor sich?”, fragte Lucy Drake.

“Luzifer scheint gegen Samiel’s Macht anzukämpfen. Vielleicht haben Gabriel’s Worte ihn erreicht!”

Das Schwert durchbohrte Luzifer’s Herz und er fiel auf die Knie. Es passierte im nächsten Moment nicht viel. Luzifer’s Körper schimmerte für einige Sekunden im weißen Licht und er kam endlich wieder zu sich. Langsam zog er das Schwert wieder heraus und legte es zur Seite. Der Schutzengel schwankte ein wenig. Vor seinen Augen erschien alles wie unter Wasser.

Luzifer richtete sich auf und sah Gabriel an. Sein Blick war nun klar, ebenso seine Gedanken. Samiel hatte keine Macht mehr über ihn.

“Gabriel… ich hätte nie gedacht, dass ich es mal sagen würde, aber…”

Er lächelte etwas verlegen. “… ich… danke dir…”

Gabriel erwiderte das Lächeln. “Keine Ursache… mein Freund…”

Im nächsten Moment verlor Gabriel das Gleichgewicht, fiel nach hinten und stürzte vom Turm. Luzifer war sich der Situation noch nicht völlig im klaren, und somit schaffte er es nicht mehr nach Gabriel zu greifen. Er sah nur noch wie der Schutzengel in die Tiefe fiel und unter den dunklen Wolken verschwand.

“GABRIEL!”

Lucy und Drake liefen zu ihm. Lucy hatte ein Gefühl, als würde ihr Herz für den Bruchteil einer Sekunde aussetzen. Sie kniete sich hin und starrte nach unten. Ihre Augen füllten sich mit Tränen.

“Ist… ist er…”

“Luzifer’s letzter Angriff hatte ihm unglaublich zugesetzt.”, erklärte Drake, doch auch seine Stimme bebte. “Seine Kräfte haben ihn anscheinend verlassen… ich glaube… Gabriel…”

“Halt den Mund!”, fuhr ihn Luzifer an. Drake zuckte zusammen, als hätte man ihn soeben geohrfeigt.

Lucy wusste jedoch genau, was Drake sagen wollte. Sie wusste, dass sie Gabriel nie wieder sehen würde. Sie nahm sein Schwert und drückte es an sich.

Luzifer betrachtete sie nachdenklich. Er fühlte sich schuldig. Und dennoch: Wie konnte ein Angriff von ihm Gabriel vernichten? Hatte ihm Samiel so viel Macht verliehen? Etwa deshalb, weil er der König war? Oder besaßen alle Todesengel so viel Kraft? Luzifer erschrak. Wenn dem so war, dann hatten die Schutzengel gegen die Todesengel keine Chance! Es gab nur einen Weg, den sie gehen konnten, und dieser führte direkt zu Samiel.

In der Mitte des kreisrunden Daches erschien jetzt ein Lichtkegel, der durch die Wolken über ihnen hindurch strahlte. Lucy stand auf, Gabriel’s Schwert fest in der Hand, und ging entschlossen auf das Licht zu.

“Samiel…”, flüsterte sie. “Es wird Zeit, dass er endlich für alles, was er getan hat, bezahlt.”

Sie drehte sich zu den anderen beiden um. “Ich werde es für diejenigen tun, die ich liebe.” Lucy schloss die Augen. “Großvater… Mama… Papa… Eric… Gabriel… Drake…” Sie öffnete die Augen wieder und lächelte. “…und für dich… Luzifer…”

Drake lachte leise in sich hinein und sah Luzifer’s verwirrten Blick. Lucy sagte nichts weiter. Sie drehte sich wieder dem Lichtkegel zu, ging hinein und verschwand.

“Wir wünschen dir viel Glück, Lucy.”, murmelte Drake.

Kapitel 7
Luzifer blickte Drake verunsichert an. Er konnte sich nicht vorstellen, warum Lucy es auch für ihn tat. Er hatte sie angegriffen! Er wollte ihre Seele! Er hätte sie… getötet! Und dennoch, wollte sie für ihn… für IHN… kämpfen? Warum?

“Das hab ich nicht verdient…”, flüsterte der Todesengel. Drake sah auf. “Was? Was hast du nicht verdient?”

“Das alles hier!”, antwortete Luzifer laut und breitete die Arme aus. “Lucy, Gabriel, dich… und dieses Imperium, das ein Wahnsinniger für mich geschaffen hat!”

Drake sah ihn stumm an. Dann senkte er den Blick und flüsterte etwas. So leise, dass Luzifer es nicht verstand. “Was sagtest du eben?”, wollte er daher wissen. Der Junge sah langsam wieder auf. Zweimal öffnete er den Mund und schloss ihn wieder. Er suchte nach Worten, konnte aber keine passenden finden. Wo sollte er anfangen?

“Luzifer…”, begann er endlich. “Sie tut es für dich, weil… du ihr sehr am Herzen liegst…”

Luzifer wurde blass. “Wie… bitte?”

“Nun ja… ich glaube… sie liebt dich… in gewisser Weise… du bist ihr nun mal wichtig!”


Lucy fand sich in einem großen Saal wieder. An den Wänden waren Kerzen angebracht und der Boden war so makellos poliert, dass sich alles darin spiegelte. An der Decke waren keine Kronleuchter oder ähnliches angebracht, und trotzdem hatte Lucy das Gefühl, als wären die Kerzen nicht die einzige Lichtquelle. So, als würden die Bögen über ihr alleine leuchten.

“Ich bin hoch erfreut, dich zu sehen, Lucy.”

Samiel war plötzlich wie aus dem Nichts erschienen. Lucy trat überrascht einen Schritt zurück und umklammerte Gabriel’s Schwert.

“Dein Ende ist gekommen, Samiel! Ich werde diesen Wahnsinn ein für alle mal beenden. Jetzt und hier!”

Samiel lachte höhnisch. “Hör dich an! Du sprichst schon fast genauso wie er. Als kleines, unschuldiges Kind hast du mir ehrlich gesagt besser gefallen. Luzifer hat keinen guten Einfluss auf dich.”

Lucy hob das Schwert und richtete es auf Samiel. “Versuche nicht vom Thema abzulenken!”, sagte sie ernst.

“Thema?” Samiel hob verwundert die Hände. “Welches Thema?”

Im selben Moment erschien auf seinen Händen ein Schwert. Ehe sich Lucy versah, stürmte Samiel auf sie zu. Instinktiv blockte sie seinen Schwerthieb mit Gabriel’s Schwert ab. Samiel lächelte hinterhältig und trat Lucy mit dem Fuß in die Beine. Lucy fiel zur Seite und landete hart auf dem Boden.

“Damals, in Luzifer’s Traumwelt, hatte er dich gelenkt. Glaubst du wirklich du könntest jetzt alleine ein Schwert führe? Das ist doch lächerlich!” Samiel packte sie am Handgelenk und hob sie hoch. “Also? Wie hättest du es gern? Willst du schnell… oder lieber langsam sterben? Bitte, du hast die Wahl. Diesen letzten Wunsch erfülle ich dir gern.”

Samiel umklammerte ihr Handgelenk so fest, dass es schmerzte. Lucy versuchte ihren Gegner mit dem Schwert, das sich glücklicherweise in ihrer freien Hand befand, zu treffen. Samiel wehrte es lässig ab und warf das Mädchen gegen die Wand.

“Ich verstehe…”, sagte er kühl. “Du willst also nicht. Na dann…” Er schritt langsam auf sie zu und hob sein Schwert. “…werde ich es auf meine Art beenden!”


Luzifer starrte Drake fassungslos an.

“Wieso?”, flüsterte er. “Wieso nur?”

Drake schüttelte den Kopf. “Das ist nebensächlich…”

“Alles ist hier nebensächlich!”, schrie der Todesengel und drehte sich um. “Wenn ich dieses Kind jemals in die Finger bekommen sollte, dann… dann kann sie ihr blaues Wunder erleben! Wie kann sie mir das nur antun? Riskiert Kopf und Kragen, nur, weil sie mir helfen will?!”

Drake stieß einen langen Seufzer aus. “Du scheinst nicht zu verstehen…”

“Falsch! Ich verstehe sehr wohl!” Luzifer ging auf den Lichtkegel zu, in den vor kurzem auch Lucy verschwunden ist. “Ich hole das Mädchen jetzt daraus! Ich kann nicht zulassen, dass ihr was passiert. Gabriel ist nicht mehr, also muss ich seinen Teil jetzt übernehmen.”

“Warte!” Drake hielt ihn am Arm fest. “Wir sollten dem Schicksal vertrauen.”

Luzifer sah den Jungen wütend an. “Soll ich dir mal was sagen? Ich pfeife auf das Schicksal!”

Drake ließ ihn wieder los und trat einen Schritt zurück.

“Wenn das Schicksal vertrauenswert wäre, wären Lucia und ich glücklich zusammen!”

“Nein, wärt ihr nicht!”, entgegnete Drake. “Das Schicksal hatte ja auch nicht deinen Selbstmord bestimmt!”

Luzifer sah ihn jetzt verwirrt an. “Woher weißt du davon?”

Drake senkte den Blick. Er hatte es nicht gewusst. Er hatte geraten. Es hätte genauso gut falsch sein können.

“Die meisten werden zu Todesengeln, wenn sie Selbstmord begehen.”, antwortete er nach einer kurzen Pause. “Genau wie Samiel… er war aus demselben Grund wie du gestorben. Er war wütend. Wütend auf sich… auf seine Familie… und auf alles andere… aber vor allem war er wütend auf das Schicksal. So wie du jetzt. Er hasste es.” Drake sah auf und blickte ernst in Luzifer’s Augen. “Und ich vermute mal, dass er deshalb auch Lucy hasst. Denn sie ist das Schicksal!”


Lucy schaffte es Samiel’s Angriff im letzten Moment auszuweichen und griff ihn nun mit dem Schwert an. Sie verfehlte ihn nur knapp. Er deutete mit der freien Hand auf Lucy. Ein roter Lichtblitz traf sie und schleuderte sie weit nach hinten. Lucy blieb für einige Sekunden erschöpft liegen, dann richtete sie sich wieder auf. Beinahe wäre sie wegen dem Schmerz wieder zusammengesackt.

Samiel lachte laut auf. “Wie oft soll ich es dir denn noch sagen? Deine Chancen gegen mich sind gleich null! Also gib endlich auf. Das ist dein Ende!”

Plötzlich erschien Luzifer wie aus dem Nichts und stieß Samiel gegen die Wand, um anschließend zu Lucy zu laufen und ihr aufzuhelfen.

“Luzifer… was machst du hier?”, fragte sie.

“Lucy, ich… ich hasse dich nicht.”, antwortete der Todesengel leise.

Das Mädchen sah ihn irritiert an. “Das habe ich auch nie gedacht.”

Samiel ging wütend auf die beiden zu. “Was hast DU hier verloren?!”, rief er genervt. Luzifer drehte sich zu ihm um. “Mein Herz.”, antwortete er und richtete seine Sense auf Samiel. Nach einigen Sekunden senkte er sie jedoch wieder, nahm Lucy das Schwert aus der Hand und richtete dieses schließlich auf den Gegner.

“Tut mir Leid, ich habe mich in der Waffe geirrt.”, sagte er lässig, als Samiel ihn überrascht anstarrte.

“Ich weiß zwar nicht, was in deinem Leben passiert war, dass du das Schicksal so sehr hasst, aber ich werde auf keinen Fall zulassen, dass du noch mehr Chaos anrichtest!”

Luzifer stürmte auf Samiel zu und schwang Gabriel’s Schwert. Samiel blockte entweder seine Angriffe oder wich ihnen aus.

Lucy hielt sicheren Abstand und sah den Kämpfenden zu. Sie musste etwas tun. Aber was? Dann wusste sie es. Ohne zu wissen, woher und warum. Als hätte man ihr diesen Gedanken einfach gegeben.

“Hört auf zu kämpfen!”

Luzifer und Samiel hielte inne und schauten beide zu Lucy. Eine hellblaue Aura umgab sie. Alles fing an zu beben und die Wände bekamen Risse. Die Kerzen erloschen und die Fensterscheiben zersprangen.

Samiel sah sich eingeschüchtert um. “Was geht hier vor?!”

Luzifer starrte immer noch gebannt auf Lucy. Ihr Blick wirkte leer. “Ist jemand… in Lucy’s Körper?”, flüsterte der Todesengel. Aber die Antwort kannte er. Er wusste, wer es war. Diese Erkenntnis ließ ihn schaudern und zugleich durchströmte ihn ein Gefühl der Freude. Sie war es. Sie allein. Er wusste es einfach. Es war ein Gefühl, dass ihn seit mehr als 700 Jahren begleitete. Daher wusste er es.

Luzifer trat einen Schritt auf das Mädchen zu.

“…Lucia…”, flüsterte er lächelnd und streckte vorsichtig die Hand nach ihr aus. Das Mädchen lächelte.

Samiel sank in sich zusammen.

“Was… was ist das?! Warum… warum habe ich solche Schmerzen? Was passiert mit mir?!”

Lucy ging auf Luzifer zu. “Das Schicksal… es erfüllt sich…”, sagte sie, doch es schien nicht ihre eigene Stimme zu sein. Sie klang ein wenig anders. Luzifer kannte diese Stimme. Er hatte sie nie vergessen.

“Der Teufel… ist vernichtet… das Licht der Sonne… wird wieder Strahlen… so will es das Schicksal…”

In diesem Moment fing Samiel’s Körper Feuer und er verbrannte. Sein Schrei hallte noch lange in Luzifer’s Kopf. Dann stürzte alles um sie herum ein. Lucy ergriff Luzifer’s Hand und die beiden wurden, mittels Magie, wieder auf die Turmspitze, zu Drake, befördert. Doch auch hier bebte alles. Der schwarze Turm bekam Risse und drohte einzustürzen. Lucy verlor das Bewusstsein und brach zusammen.

Epilog
Luzifer ließ Gabriel’s Schwert fallen, packte Lucy und Drake und flog von dem Turm nach unten. Als sie landeten, kam Mephisto auf sie zu und auch die anderen Schutzengel und Todesengel stellten sich um sie herum auf. Der schwarze Turm stürzte ein und nach einer kurzen Zeit war nichts mehr davon übrig außer einem großen Haufen Trümmer.

Mephisto stieß ein überraschtes Pfeifen aus. “Gute Arbeit, wertes Schicksal.”, sagte er lächelnd und ein Hauch von Ironie lag in seiner Stimme. Luzifer kniete auf dem Boden und hielt Lucy in den Armen. Sie atmete nicht.

Mephisto sah den Todesengel und das Mädchen fragend an.

“Ich nehme mal an, du möchtest etwas ganz Bestimmtes?”, fragte er.

Eine Frage, die mehr nach einer Forderung klang. Mephisto gierte danach, Luzifer einen Wunsch zu erfüllen. Nein. Nicht irgendeinen Wunsch… Er wusste genau, was der Todesengel von ihm verlangen wird.

Luzifer sah auf. “Hilf ihr!”

“Gerne doch. Aber…” Mephisto holte ein Vertragsformular hervor. “…nicht umsonst.”

Luzifer stand auf und übergab Lucy Drake.

“Was immer du von mir willst, du bekommst es. Aber gebe Lucy ihr Leben zurück. Und damit meine ich alles!”

Mephisto grinste breit. “Wirklich? Du könntest es dir doch viel einfacher machen. Du kannst ihre Seele holen.”

Luzifer sah auf die Sanduhr, die er bei sich trug. Entsetzt stellte er fest, dass der Sand in unglaublicher Geschwindigkeit hindurch lief. Bald war er durchgelaufen. Schicksal? Samiel hatte das Schicksal gehasst! Und jetzt wusste Luzifer auch, warum. Das Schicksal war nicht immer gut. Und jetzt würde es ihn verlassen. Lucy würde ihn verlassen. Aber wenn er ihre Seele jetzt holen würde, würde er gegen die Regel verstoßen und immer noch ein Todesengel sein. Und Lucy wäre dann ebenfalls… “Nein…”

…er wäre für immer mit ihr zusammen…

“Nein…”

…ihre Seele… Lucia… seine Liebe…

“…nein…”

…für… immer…

“NEIN!”

Mephisto sah ihn enttäuscht an. “Bist du absolut sicher? Überlege es dir lieber noch mal.”

“Ich bleibe bei meiner Entscheidung.”, entgegnete Luzifer trotzig. Aber im Innern hörte er eine Stimme, die seiner eigenen glich: “…du wärst für immer mit ihr zusammen… Lucia… das ist es doch, was du wirklich willst… Lucia… worauf wartest du?!”

Mephisto zeigte Luzifer den Vertrag. “Wenn du meinst… aber bedenke: du verlierst deine Erinnerungen an dein Leben als Mensch. Und somit auch an Lucia, deine Gefühle für sie… einfach alles!”

Luzifer schluckte. “Alles?” Genau! Das war sein Wunsch! Sein einzig wahrer Wunsch: vergessen! Alles zu vergessen, was ihm 700 Jahre lang Schmerzen zugefügt hatte.

“Luzifer, warte!”, mischte sich Drake ein. “Das ist nicht das, was Lucy wollen würde! Das kannst du ihr nicht antun! Sie wollte doch…”

“Sei still!” Aber es war diesmal nicht Luzifer, der dies sagte. Es war Mephisto. “Das ist allein seine Entscheidung!”

Ohne lange zu zögern unterschrieb der Todesengel den Vertrag. Er würde endlich seinen Frieden finden… sich mit dem Schicksal, welches ihm auferlegt wurde, abfinden… es musste endlich ein Ende finden… das… war sein Wunsch… seit mehr als 700 Jahren hatte er darauf gewartet…


“Ich bin dann mal weg!” Lucy verließ das Haus und machte sich auf den Weg in die Schule. “Soll ich dich hinbringen?”, hatte ihr Vater gefragt. “Vergiss dein Pausenbrot nicht.”, hatte ihre Mutter gesagt. Sie traf unterwegs auf Drake.

“Guten Morgen, Lucy.”, grüßte er freundlich.

“Guten Morgen, Drake.”, erwiderte Lucy und gab ihm einen Kuss.

Gabriel schwebte weit über den beiden. Es war alles wie früher… fast alles… um genauer zu sein, war es so, wie es schon immer hätte sein sollen. Er sah zu Luzifer. “Ich bin froh, dass Samiel endlich besiegt ist.”

Der Todesengel nickte. “Ja, aber das Böse wird es trotzdem weiterhin geben. Das liegt am Gleichgewicht dieser Welt. Das eine kann ohne das andere nicht existieren.” Er sah lächelnd zu Gabriel. “Seltsam, oder? Fast wie mit uns beiden…”

Der Schutzengel lachte. “Stimmt, du hast recht. Deswegen arbeiten Todesengel und Schutzengel zusammen. Um auf sich gegenseitig zu achten und das Gleichgewicht zwischen Licht und Dunkelheit zu bewahren.”
avatar
Hatsuharu
G-Hunter
G-Hunter

Anzahl der Beiträge : 425
Anmeldedatum : 19.08.09
Alter : 24
Ort : Glauchau

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: darkness (vollständige gesichte)

Beitrag  Gesponserte Inhalte


Gesponserte Inhalte


Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben

- Ähnliche Themen

 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten